Das Ensemble Unterwegs

Foto: Klaus Betzl

Mit vollbeladenen Rucksäcken, Isomatten und Instrumenten und ohne EC-Karte und Handy, machten sich im Sommer 2009 vier diplomierte Musikerinnen zu Fuß auf, Ihren Traum zu verwirklichen: Die Natur als Bühne.
Barbara Schachtner (Sopran), Eva Hennevogl (Violine), Friederike Imhorst (Viola) und Anna Betzl-Reitmeier (Cello) waren fasziniert von der Vorstellung, die klassische Bühne zu verlassen, um auf ihren Wanderungen über Land an inspirierenden Orten spontan zu halten, und zu spielen. Im Gepäck hatten sie Bayerische Volksweisen, Deutsches Volks- und Kunstlied – und viel Neugierde auf Nähe zum Publikum, in diesem Fall die Menschen auf dem Land.

Das Unterwegssein wurde ein voller Erfolg. Die Kombination von draußen, in der Natur zu sein und zu musizieren war für die Musikerinnen eine große Befriedigung. Zur gleichen Zeit öffnete die Musik dem Ensemble Türen und Herzen der Menschen und sie wurden überall herzlich aufgenommen.

Ihr Liedrepertoire, das sie selber größten Teils von Kindesbeinen an kennen, verbindet ganz oft mehrere Generationen miteinander und birgt einen großen Schatz an traditionellem Kulturgut, den das Ensemble gerne weitertragen möchte.
Zudem setzt sich das Ensemble mit dem jeweiligen Kultur- und Liedgut der Region auseinander, die es gerade durchwandert. So haben sie mittlerweile auch Bayrische, Fränkische Weisen und Lieder auf Münsterländer Platt im Repertoire.
Ihre Sommertouren führten sie bis jetzt von Niederbayern in die Oberpfalz, durch das Münsterland, von Unter- nach Oberfranken und durch den Chiemgau.

Außerhalb der Wandertouren wird das Ensemble regelmäßig von offiziellen Konzertreihen und Festivals als auch privaten Einrichtungen wie Kulturreihen in Cafés oder zu Hauskonzerten eingeladen. Der ungezwungenen Stil ihrer Gesprächskonzerte, in denen unterhaltsame Anekdoten ihrer Touren die Musik ergänzen, findet beim Publikum großen Zuspruch.
In Zusammenarbeit mit dem Diözesan-Caritasverband Köln gestalteten die Musikerinnen 2012 mit Volksliedern ganztägige Musikprojekte in Wohnheimen für ältere oder an Demenz erkrankte Menschen. 2013 folgte ein ähnliches Projekt im Marienhaus Bonn in Zusammenarbeit mit dem Caritasvervband der Stadt Bonn, Citypastoral und dem Katholischen Bildungswerk Bonn.

Inspiriert durch das Festival „Saarbrücker Sommermusik“ ließ das Ensemble Unterwegs im Jahr 2011 einige Lieder von Komponisten aus der Zeit um 1900 eigens für ihre Besetzung arrangieren. Unter den Stücken sind neben Bearbeitungen von Richard Strauß, Engelbert Humperdinck auch die bekannten Rückert-Lieder von Gustav Mahler und der fast in Vergessenheit geratene Liederzyklus „Rosenlieder“ von Fürst Philipp zu Eulenburg-Hertefeld. Für diese Bearbeitungen konnten unter anderem der Salzburger Komponist und Cellist Shane Woodborne und der aus Münster stammende Dirigent und Pianist Frank Grazcol („Rosenlieder“, Humperdinck-Lieder) gewonnen werden.

Seit September 2012 hat das Ensemble auch „Die Winterreise“ von Franz Schubert in einer für sie erstellten Bearbeitung von Shane Woodborne im Repertoire.

Über das Wanderprojekt von Ensemble Unterwegs entstand 2010/2011 der 60-minütige Dokumentarfilm “Überall wo es uns gefällt” von Klaus Betzl. In in der Zeitschrift „MUH – Bayerische Aspekte“ erschien ein Tourentagebuch von der Frankentour 2011. Das ZDF, die Hörfunkprogramme von BR und WDR und die Süddeutsche Zeitung berichteten ebenfalls von den Aktivitäten des Ensembles.

Die Miglieder des Ensemble Unterwegs sind Absolventinnen der Folkwang Universität der Künste Essen, der Robert Schumann Hochschule Düsseldorfer, der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Frankfurt am Main und der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Das Ensemble hat seinen Arbeitsmittelpunkt in Essen und ist in den Räumlichkeiten des Kunsthauses Essen produktiv.

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